Team

Martin Hintermayer, M.Sc.

Martin Hintermayer

ist seit 2016 Research Associate bei ewi ER&S und Doktorand am Energiewirtschaftlichen Institut (EWI) an der Universität zu Köln. In Beratungsprojekten für Auftraggeber aus der Industrie und dem öffentlichen Sektor untersuchte er beispielsweise den Beitrag von Gas- und Wärmeinfrastruktur zu einer effizienten CO2-Minderung und den Beitrag eines Gasspeichers zur Versorgungssicherheit mit L-Gas. Er beriet u. a. die dena und die EU-Kommission. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Modellierung von Gasmärkten, Sektorenkopplung und Wärmenachfrage durch Gebäude- und Industriesektor. Zuvor studierte Martin Hintermayer Mathematik und Volkswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Optimierung bzw. Zertifikatehandel an der Georg-August-Universität Göttingen.

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Lebenslauf

Studien

Auftraggeber: ARGE Netz

Ökonomische Bewertung des Marktentwicklungsmodells

Zur Erweiterung der bestehenden Vermarktungsmöglichkeiten von EE-Strom schlagen der Bundesverband Windenergie (BWE) und ARGE Netz das Marktentwicklungsmodell vor. Dieser Gesetzesänderungsvorschlag soll innerhalb des EEG die direkte Vermarktung von EE-Strom vom EE-Anlagenbetreiber an den Letztverbraucher ermöglichen und außerdem die nachweisliche Gleichzeitigkeit von Erzeugung und Verbrauch (Verwertbarkeit) sicherstellen. ewi ER&S untersucht die ökonomischen Auswirkungen des Marktentwicklungsmodells.
Für Letztverbraucher schafft das Marktentwicklungsmodell eine Möglichkeit, ihre Präferenz und die daraus entstehende Zahlungsbereitschaft für verwertbaren EE-Strom zum Ausdruck zu bringen und diesen zu beziehen. EE-Anlagen bietet sich dann eine bessere Vermarktungsmöglichkeit. Wenn Erzeugung und Verbrauch in räumlicher Nähe zueinander stehen, können die Netze entlastet werden. Das EEG-Konto wird durch das Marktentwicklungsmodell kostenseitig nicht zusätzlich belastet; es kann sogar zu Entlastungen kommen.

Auftraggeber: Deutsche Energie-Agentur (dena)

dena-Leitstudie Integrierte Energiewende

Die dena-Leitstudie Integrierte Energiewende entwickelt und vergleicht für das Energiesystem in Deutschland Transformationspfade zur Erreichung der klimapolitischen Ziele bis 2050. Sie verfolgt einen innovativen, sektorenübergreifenden Szenarioansatz. Zugleich baut sie auf dem Branchenwissen von über 60 Studienpartnern aus allen relevanten Sektoren und dem kontinuierlichen Austausch mit wesentlichen Akteuren aus Politik, Gesellschaft und Wissenschaft auf. Ziel ist es, Impulse für die Gestaltung des Energiesystems bis 2050 zu geben. ewi ER&S ist wissenschaftlicher Hauptgutachter der dena-Leitstudie. Zentrale Erkenntnisse der Studie: Deutschland kann seine Treibhausgasminderungsziele von 80 Prozent und auch 95 Prozent bis 2050 mit erhöhten Anstrengungen in allen Sektoren erreichen. Dazu müssen der Ausbau und die Integration erneuerbarer Energien forciert, der Endenergieverbrauchs durch umfassende Energieeffizienzanstrengungen gesenkt und synthetische erneuerbare Energieträger in großem Umfang eingesetzt werden. Ein breiter Technologie- und Energieträgermix ermöglicht dabei eine kostengünstigere und robustere Transformation des Energiesystems, als ein verstärktes Setzen auf strombasierte Anwendungen.

Auftraggeber: Nord Stream 2

Central European Gas Market Congestion Analysis

Die Studie befasst sich mit der Frage, ob die Nord Stream 2-Pipeline für eine Teilung des europäischen Gasmarkts sorgen könnte. Sie zeigt, dass unter Beachtung von realen Pipelinekapazitäten, den aktuellen EU-Marktregeln und lokalem Gasverbrauch, die Nord Stream 2-Pipeline nicht zur Marktteilung genutzt werden kann, da im europäischen Binnenmarkt nach bereits geltenden Regeln die Importeure und damit auch die Kunden vor einem derartigen Verhalten geschützt sind. Selbst wenn man zusätzlich einen erhöhten Gasbedarf in Osteuropa annimmt, wäre eine derartige Strategie zur Spaltung des Marktes weder erfolgreich noch zielführend.

Auftraggeber: Gelsenwasser, Open Grid Europe und RheinEnergie

Energiemarkt 2030 und 2050 – Der Beitrag von Gas- und Wärmeinfrastruktur zu einer effizienten CO2-Minderung

Die Studie untersucht, welchen Beitrag bestehende Gas- und Wärmenetze zu einer effizienten THG-Minderung bis 2030 und 2050 leisten können. Dazu quantifiziert die Studie anhand eines Gesamtenergiesystemmodells zwei mögliche Szenarien für eine THG-Minderung entsprechend der deutschen Klimaziele bis 2030 und 2050. Im Szenario Revolution wird ordnungsrechtlich eine forcierte Elektrifizierung der Endenergieverbrauchssektoren vorgeschrieben, sodass Gas- und Wärmenetze zunehmend an Bedeutung verlieren. Trotz umfangreicher Elektrifizierung handelt es sich dabei nicht um ein „all-electric“-Szenario, entwickelt sich aber deutlich in diese Richtung. Im Szenario Evolution gibt es keine ordnungsrechtlichen Vorgaben hinsichtlich bestimmter Technologien, sodass bestehende Gas- und Wärmenetze weiter genutzt werden können, sofern es wirtschaftlich ist. Der Fokus der Untersuchung ist der Strom- und Wärmemarkt.

Auftraggeber: Deutsche Energie-Agentur (dena), Die Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea)

Gebäudestudie – Szenarien für eine marktwirtschaftliche Klima- und Ressourcenschutzpolitik 2050 im Gebäudesektor

Die geea Gebäudestudie, initiiert von den Mitgliedern der Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea), liefert eine ökonomische Analyse des Gebäudesektors. Es wird untersucht, wie die Transformation des Gebäudesektors durch ein Zusammenspiel aus Gebäudehülle, Anlagentechnik und der Umstellung der Energieerzeugung hin zu einer Zielerreichung von 80% bzw. 95% Treibhausgasminderung gelingen kann. Die Studie wurde im Kontext der dena-Leitstude Integrierte Energiewende entwickelt. ewi ER&S ist ökonomischer Hauptgutachter der Studie in Zusammenarbeit mit FIW und ITG als technische Gutachter.

Auftraggeber: Deutsche Energie-Agentur (dena)

dena-Leitstudie Integrierte Energiewende – Zwischenfazit

Entsprechend der Zielsetzung der deutschen Energie- und Klimapolitik sollen die Emissionen von Treibhausgasen bis 2050 gegenüber 1990 um 80 bis 95 Prozent sinken. Dieses Ziel beruht auf den Beschlüssen der Pariser Klimakonferenz, nach denen die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad, besser auf 1,5 Grad begrenzt werden soll. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat deshalb im Februar 2017 mit über 50 Partnern aus verschiedenen Branchen die dena-Leitstudie Integrierte Energiewende initiiert. Die Studie ist in die vier Studienmodule „Energieerzeugung und -verteilung“, „Gebäude“, „Industrie“ und „Mobilität“ aufgeteilt. Dabei werden die zur Deckung der Energiebedarfe notwendigen Infrastrukturen – Strom-, Gas- und Wärmenetze sowie die Infrastrukturen für flüssige Energieträger – über die Modulgrenzen hinweg gemeinsam betrachtet. Das Ziel der Leitstudie ist, Lösungen und Rahmenbedingungen für ein optimiertes, nachhaltiges Energiesystem bis 2050 zu identifizieren und realistische Gestaltungsmöglichkeiten in vier Sektoren mit zahlreichen Unterbranchen zu analysieren. ewi ER&S ist wissenschaftlicher Hauptgutachter der dena-Leitstudie.

Projekte

Support for the review of a corporate strategy
Analyse datenbasierter Geschäftsmodelle
Szenarien zur Bewertung eines Pipelineprojektes
Maßnahmen zur Versorgungssicherheit
Financial screening of projects in the framework of the Central and South-Eastern European Gas Connectivity (CESEC) Initiative
Marktausblick L-Gas – Versorgungssicherheit, Marktdesign und strategische Implikationen
Beitrag eines Gasspeichers zur Versorgungssicherheit mit L-Gas

Zeitschriften

Der Beitrag der Gasinfrastruktur für eine effiziente CO2-Vermeidung

Harald Hecking, Martin Hintermayer, Dominic Lencz; 2018
In: gwf Gas + Energie, Vol. 159, (4) 2018, pp. 42-46.
[Link]

Gas- und Wärmeinfrastruktur ermöglichen flexible Erreichung der Klimaziele

Harald Hecking, Martin Hintermayer, Dominic Lencz; 2018
In: et - Energiewirtschaftliche Tagesfragen, Vol. 68 (3), pp. 14-16.